23. Juni 2013

Schlaf und alles

OK, der Honeymoon für Mama Koala ist vorbei. Ich bin keine Koalamama, denn ich kann nicht auf meinem Ast schlafen und dabei nicht herunterfallen. Das erschwert das gemütliche Eukalyptusblattmümmeln erheblich. Diese Erkenntnis hat mich heute getroffen wie ein Schlag. Die von mir erdachte Koalaexistenz ist eben nur das: erdacht.

Ich kenne das Gefühl, das einem ein längerfristiger Schlafentzug beschert. Oder eher gesagt die Gefühle. Die ersten beiden Kinder ware schlechte Schläfer, wachten bis zum Alter von 2 Jahren regelmäßig nachts auf (oft 2mal) und hörten damit auf, als ich mit dem nächsten Baby so hoch schwanger war, dass ich eh 2 mal nachts aufstand, um auf's Klo zu gehen. Mein Mann und ich sind also sehr erfahrene Schlechtschläfer. Das hat zu der Zeit alles beeinflusst und überschattet. Ich pflegte zu sagen: Eltern von Kindern, die durchschlafen, haben keine Ahnung.

Nun haben wir mit Nr. 3 einen Gutschläfer, der zwar nicht mit 3 Tagen begonnen hat 14 Stunden durchzuschlafen, der aber schon seit seinem ersten Geburtstag in der Regel nachts nicht mehr aufwacht und wenn doch, einfach weiterschläft. Das hat alles positiv beeinflusst und besonnt. Ich rechne den bisherigen Erfolg meiner Mission mit all den positiven Auswirkungen auch zum großen Teil diesem Umstand zu: Mein Mann und ich sind uns viel näher und können den jeweils anderen viel besser sehen, als das zu Schlechtschlafzeiten der Fall war. Dadurch wird meine Challenge auch deutlich einfacher.

NUN ABER bin ich in einer Phase, die stark an damalige Zeiten erinnert. Ich bin von der Reise noch im Schlafdefizit und habe die letzten Nächte aus welchen Gründen auch immer für meine Verhältnisse schlecht geschlafen. Das wetterbeständige Zirkuszelt, das bis vor kurzem mein Nervenkostüm umgab ist weg (und das war teuer!) und ich bin auch in kleinen Situationen schnell reizbar und vor allem unzufrieden. Ich mecker nicht gleich los (da bin ich schon gut an Mama Koalas Denke und Gefühlslage gewöhnt, zum Glück!), aber ich laufe den halben Tag mit meiner Furche zwischen den Augenbrauen herum, weil dies nicht klappt und ich jenes nicht will.

Nun fühlt es sich richtig wie eine Challenge an. Wenn die Kinder lärmen und streiten, werde ich innerlich schon leicht aggressiv, auch mit besserer Organisation und den besten Vorsätzen.

Gestern habe ich dann - huch - meine Tage bekommen. ACH SO .... da erschien meine miese Laune der letzten Tage gleich in anderem Licht, nämlich der Erkenntnis, dass PMS bei mir anscheinend nun, nach 3 Schwangerschaften und Geburten, richtig zuschlägt.

Ein wenig hat mich das beruhigt, denn vorgestern hatte ich schon sehr klar keinen Bock mehr. Mir kam alles einfach sehr anstrengend vor und ich merkte, wie mir der Elan fast vollkommen abhanden gekommen war, der mich bislang noch so treu bei der Challenge begleitet hat.

Zum Glück für mich und meine Challenge, hatte mein Mann dann irgendwann die Faxen dicke und einen deutlichen und lauten Brüll gegenüber den beiden Großen herausgelassen. Ich konnte ihn verstehen, gleichzeitig hat mich das aber wieder auf den rechten Weg des Schreivermeidens geführt. So hatte es am Ende doch auch etwas Gutes...

Nun bin ich also wieder einen, bzw. zwei Schritte weiter. Ich habe nun sehr konkret bemerkt, wie sich
A Schlafmangel und B PMS auf meine Gemütslage auswirkt. Nämlich negativ und damit schreiwahrscheinlichkeitserhöhend.

Die folgenden Faktoren habe ich bislang als Trigger zum Rumschreien ausmachen können:
- Hunger
- übervolle To-Do-Listen
- Schlafmangel
- PMS

Ich versuche, diese Trigger frühzeitig zu erkennen, um noch "vernünftig" darauf reagieren zu können, bevor ich in den Autopiloten schalte, der sich über die Jahre einprogrammiert hat. Was für mich z.B. gut klappt ist, dass ich nachdem ich zweimal meinen Ton verschärft habe, beim dritten Mal nach dem Luftholen nichts sage. Das klingt etwas seltsam, klappt aber gut. Die Kinder gucken mich dann manchmal an, in Erwartung, dass das Geschimpfe jetzt richtig losgeht. Ich aber lasse dann einfach eine Bemerkung aus. Für mich entspannt sich die Lage dann meist schon und ich mache erst einmal nicht weiter und die Hitzigkeit steigert sich dementsprechend auch nicht noch weiter. Das gibt mir wiederum den Moment Zeit, den ich brauche, um kurz Signale von der Meta-Ebene empfangen zu können.

Du hast heute erst eine Banane gegessen und Kaffee getrunken, Du musst etwas ESSEN!
oder
Dich nervt gerade, dass Du heute mal wieder nicht annähernd Deine Liste abarbeitet bekommst. Das macht Dich furchtbar fickerig und unerträglich ungeduldig!

Für eine solche konkrete Deutlichkeit ist der Empfang dann oft doch zu schlecht oder das Signal zu schwach, aber ich kann immerhin erahnen, worauf das Ganze hinausläuft.

Als Reaktion sage ich dann meistens auch, was los ist, also ich muss jetzt erstmal was essen, dann geht's mir bestimmt schon besser, so wie ich es auch den Kindern rate, wenn sie in diesen Modus verfallen. Dadurch wird es dann ganz konkret und es kann schon fast nix mehr passieren, auch wenn es noch dauert, bis ich dann tatsächlich was esse.

Bei Schlafmangel und PMS ist mir allerdings nix eingefallen. Das Problem ist ja, dass man in der Situation an den Umständen nichts ändern kann und reine Bewusstmachung wird mir glaube ich nicht bei jedem Mal helfen.

Et hat nochmal joht jejange für die letzten Tage. Der übervollen To-Do-Liste widme ich dann mal die Tage einen Post, wenn ich alles auf meiner Liste erledigt habe ;-)

Kommentare:

  1. Find ich eine witzige Blog-Idee - werde Dir folgen und schauen , wie Du die 365 Tage schaffst. Aus meiner Erfahrung geht das nur schwer :-))
    LG
    Mama on the rocks

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    1. Danke! Ich weiß, ein ganzes Jahr -- aber ganz oder gar nicht, bei mir geht's am besten so ... :-)

      LG
      Mama Koala

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  2. Bin gerade über Deinen Blog gestolpert. Ich drück Dir die Daumen, das es Dir in ein paar Tagen wieder leichter fällt. Ich habe gerade mal alle Posts gelesen und schon einige gute Anregungen und Perspektivwechsel gewonnen gewonnen.
    Danke fürs Teilen! LG, effi

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    1. Danke Effi! Tag 4 der Zeit ist vorbei, alles wird schön :-), vielen Dank für's Lesen!

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